
Foto: SchiDD, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Wildnisgebiet Königsbrücker Heide
Steckbrief, Besonderheiten und Schutzstatus
Nördlich von Königsbrück liegt eines der größten Schutzgebiete Sachsens. Wo bis 1992 Truppen übten, entwickelt sich heute eine Wildnis: Wald, offene Sandflächen und Bachtäler verändern sich ohne menschliches Zutun.
Kurzsteckbrief
- Lage
- Landkreis Bautzen, nördlich von Königsbrück, rund 30 Kilometer nördlich von Dresden
- Naturraum
- Oberlausitzer Heideland, Übergang vom Hügelland zum Tiefland
- Fläche
- rund 7.000 Hektar
- Schutz
- 1992 einstweilig gesichert, seit 1996 Naturschutzgebiet, Verordnung neu gefasst 2022
- Eigentum
- zu 98 Prozent Freistaat Sachsen
- Betreuung
- NSG-Verwaltung im Staatsbetrieb Sachsenforst
Geschichte
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts diente die Heide als Truppenübungsplatz. Dörfer im Gelände wurden dafür aufgegeben; von ihnen zeugen heute Wüstungen wie Zochau. Mit dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte endete 1992 die militärische Nutzung. Kurz darauf wurde das Gebiet unter Schutz gestellt.

Besonderheiten
Betretungsverbot wegen Munitionsbelastung
Im Boden liegen noch Munitionsreste aus der militärischen Nutzung. Deshalb ist das Betreten großer Teile des Gebiets verboten. Erlaubt sind die ausgewiesenen Besucherpfade und geführte Touren.
Prozessschutz: Natur Natur sein lassen
Auf rund 80 Prozent der Fläche greift der Mensch nicht mehr ein. Wälder, offene Flächen und Bäche entwickeln sich nach ihren eigenen Regeln. Das Monitoring dokumentiert, wie sich Arten und Lebensräume dabei verändern.
Kern- und Pflegezone
In der Kernzone bleibt die Natur sich selbst überlassen. In Pflegezonen werden offene Heiden und Sandflächen erhalten, die sonst zuwachsen würden.
Lebensräume, Tiere und Pflanzen
Offene Sand- und Heideflächen, Wälder unterschiedlichen Alters und naturnahe Bachtäler bilden ein Mosaik. Biber gestalten die Bachläufe. Wolf, Rothirsch, Ziegenmelker, Wiedehopf und Heidelerche leben im Gebiet.
Schutzstatus
- Naturschutzgebiet seit 1996
- FFH-Gebiet und damit Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000
- Wildnisgebiet nach IUCN-Kategorie Ib, als erstes Schutzgebiet in Deutschland anerkannt
- Nationale Naturlandschaft, Mitglied im Bündnis der Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparke und Wildnisgebiete
Aktuelles aus dem Gebiet
Waldbrandgefahr auch im Herbst beachten
Trockenes Gras und Heide brennen schnell. Bitte verzichten Sie im Wald auf offenes Feuer und Rauchen.
Neue Termine für Führungen im Herbst
Wanderungen am Biberpfad und Busführungen stehen im Veranstaltungskalender.